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Nicht nur kürzlich in der Sendung «Mini Schwiz, dini Schwiz» von SRF, sondern auch bei uns auf dem Rhein wird Michael Neuer mit seinem Boot DAMPF HANS verblüffen. Zusammen mit einer Flotte von weiteren Dampfbooten wird er das Publikum zum Staunen bringen und auf eine Reise in die Vergangenheit entführen. Deshalb hat ihm Ursula Fehr einige Fragen gestellt: Michael Neuer, Sie sind als Präsident der Schweizer Dampfbootfreunde sozusagen der Hans Dampf in dieser Szene. Sie kommen mit Ihrem DAMPF HANS aus dem Jahre 1900 an unser Brückenfest. Michael Neuer: Auf jeden Fall. Ich freue mich jetzt schon auf eine schöne Zeit am Rhein. Mich verbindet mit Eglisau die Zeit als Fahrschüler auf dem Rhein. Hier habe ich auch die Bootsprüfung abgelegt. Während meiner Militärdienstzeit war ich auch einmal drei Wochen in Eglisau stationiert. Was ist für Sie – von Beruf Treuhänder – die Faszination an Ihrer rauchenden und zischenden Flotte? Zwei Elemente faszinieren mich: Es ist zuerst die Entschleunigung. Man kann nicht einfach den Schlüssel drehen und wegfahren. Es braucht bis zu einer Stunde Vorbereitungszeit: Kessel speisen, anheizen, Maschine schmieren, vorwärmen, ablegen, losfahren und dann geniessen. Auf Dampfbooten trifft man auf sehr viele zufriedene Gesichter. Das zweite ist die Technik. Ich habe bislang noch nie jemanden erlebt, welcher sich abschätzig über die Dampftechnik geäussert hat. Es ist der Ursprung unserer industriellen Revolution. Wir fahren mit Holz aus heimischen Wäldern und ab und zu mit Kohle. Wie gestaltet sich der Corso auf dem Rhein? Die acht bis zehn Dampfboote werden an der Lochmühle talwärts vorbeifahren und durch einen Speaker kurz vorgestellt. Dann versammeln sich die Boote unterhalb der Brücke und fahren pfeifend bergwärts unter der Brücke hindurch. Dann löst sich der Corso auf. Dauer rund 20 Minuten. Worauf können wir uns besonders freuen? Dampftechnik live zu erleben beginnt schon bei der Nase. Die Feuer in den Kesseln und der Geruch von Heissdampföl lässt das technisch interessierte Herz höherschlagen. Kinder erleben, wie man mit Wasser und Feuer auf einem Fluss fahren kann. Die gemütliche und entspannte Atmosphäre lädt zum Verweilen ein. Sie haben bereits 180 Dampfböötler im Verein, aber nur 45 besitzen ein Schiff. Können Sie trotzdem noch weitere Interessenten aufnehmen? Wie jeder Verein haben auch wir einen – wenn auch geringen – Mitgliederschwund. Vermehrt sieht man in den einschlägigen Fachzeitschriften Angebote von Dampfbooten, welche altershalber aufgegeben werden. Es ist eben wie bei Oldtimer-Fahrzeugen: Wenn man nicht vieles selber machen kann, geht auch dieses Hobby ins Geld. Bei uns sind alle willkommen, egal ob mit oder ohne Dampfboot.
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